Hinführung zur Regel
Die Regel, die der Hl. Augustinus verfasste, ist in ihren Grundlinien ein zeitloses Werk, das für das christliche Ordensleben eine breite Wirkungsgeschichte aufweist. Manche ihrer Bestimmungen wird man unter dem Aspekt der Gebundenheit an ihre Entstehungszeit bewerten müssen. Im Hintergrund jedoch steht eine Geisteshaltung, die bis heute wesentlich ist für das Zustandekommen klösterlichen Lebens.
DAS URBILD DES KLOSTERS Das Ideal der Klostergemeinschaft ist für Augustinus das gemeinsame Leben und Wirken, geleitet durch Gottes Wort, wie es von der christlichen Urgemeinde in Jerusalem vorgelebt wurde.
„Zu allererst sollt ihr einmütig zusammenwohnen wie ein Herz und eine Seele auf dem Weg zu Gott."
KLÖSTERLICHE LEBENSREGELN Die Kirchenväter Basilius und Augustinus und später Benedikt von Nursia verfassten Regeln. Ausgehend von der Heiligen Schrift legten sie fest, wie eine Gemeinschaft miteinander leben, beten und arbeiten soll. Die Augustinusregel ist die älteste des christlichen Abendlandes. Im Zentrum stehen die gemeinsame Gottsuche und das gemeinsame Gotteslob.
„Wenn ihr in Psalmen und Liedern zu Gott betet, dann sollen die Worte, die ihr aussprecht auch in eurem Herzen lebendig sein.“
DAS KLOSTER DES AUGUSTINUS
Augustinus sah im Kloster die beste Lebensform für Kleriker. Als Bischof schlug er deshalb den Priestern und Diakonen seiner Gemeinde vor, mit ihm zusammen ohne persönliches Eigentum in Gemeinschaft zu leben. Augustinus verband die klösterliche Ordnung mit seelsorglicher Arbeit und er war es, der diesen Gedanken in der Kirche durchsetzte.
„Über die Liebe steht geschrieben, dass sie nicht ihren Vorteil sucht, das heißt: Sie stellt das Gemeinschaftsinteresse über das Eigeninteresse und nicht umgekehrt.“
GEMEINSCHAFT UND DIENST Augustinus hat in seiner Regel die wichtigsten Vorschriften für seine Mitbrüder kurz zusammengefasst. Die Ordensgelübde umfassen: Gott geweihte Ehelosigkeit, Gehorsam und Verzicht auf persönliches Eigentum. Gebet, Schriftlesung, Arbeit und apostolisches Wirken erfüllen das Leben des Augustiner-Chorherren, das von Gemeinschaft und Dienst geprägt ist.
„Der Herr gebe, dass ihr, ergriffen vom Verlangen nach geistlicher Schönheit, dies alles mit Liebe befolgt. Lebt so, dass ihr durch euer Leben den lebensweckenden Wohlgeruch Christi verbreitet.“
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