Stiftskirche
Das einfache, gotische Stabportal aus dem 14. Jh., durch das man die Kirche betritt, ist einer der wenigen Bauteile der alten Stiftsanlage, die in den barocken Neubau integriert wurde. Schon nach wenigen Schritten öffnen sich Weite und Farbenpracht des barocken Raumes: Der Himmel ist geöffnet – die Kirche ist Gottes Thronsaal.

Sogleich erhebt man den Blick zur Decke des Kirchenschiffes, die reich mit Fresken ausgestaltet ist: Im Fresko vor der Kuppel findet sich eine Darstellung des hl. Stephanus, des Pfarrpatrons von Herzogenburg. Er hatte seinen Glauben mutig bekannt und wurde dafür gesteinigt. Die Mittelkuppel zeigt den Ordensvater der Chorherren, den hl. Augustinus, wie er symbolisch Blitze aus seiner Schreibfeder auf die Häretiker seiner Zeit schleudert. Das dritte Fresko vor dem Altarraum zeigt den Stiftspatron, den hl. Georg: Er hat über das Böse (symbolisiert durch den Drachen) gesiegt. Wenn der Besucher in Richtung Hochaltar geht, so begleiten ihn viele Heilige, die auf den Seitenaltären dargestellt sind: Gleich links der Sebastianialtar, ihm gegenüber der hl. Ubald, ein Augustiner-Chorherr. In der Kirchenmitte steht links der Augustinusaltar, der noch einmal auf unseren Ordensvater hinweist. In einem kunstvollen Holzschrein unterhalb des Altarbildes ruhen die Gebeine des hl. Märtyrers Urban, die im Jahre 1740 aus der Calixtuskatakombe in Rom nach Herzogenburg übertragen wurden. Gegenüber befindet sich der Marienaltar, darauf das Gnadenbild „Maria, Hilfe der Irrenden“, das auch ein Ziel barocker Wallfahrten gewesen ist. Das Altarbild darüber zeigt den hl. Petrus Fourier, ebenfalls ein Heiliger des Ordens. Der Blick wandert zur Kanzel: Auf dem Schalldeckel steht Jesus als Auferstandener, der das Kreuz besiegt hat. Gleich daneben ist der Schutzengelaltar, gegenüber ist der hl. Josef, der Patron der Arbeiter, dargestellt.
Alle Raumlinien sind, wie für barocke Kirchen üblich, auf den Hochaltar, den Tabernakel, ausgerichtet. Das Altarblatt von Daniel Gran zeigt das Jesuskind auf dem Schoß seiner Mutter Maria sitzend. Links davon steht der Stiftspatron, der hl. Georg, rechts kniet der hl. Stephanus, Patron der Stiftspfarre Herzogenburg. Links und rechts des Altarblattes stehen die Figuren der Apostel Petrus und Paulus. Über dem Altarblatt finden sich Allegorien der göttlichen Tugenden Glaube (mit dem Kreuz), Hoffnung (mit dem Anker) und Liebe (mit dem brennenden Herzen).

Volksaltar von Wander Bertoni
Der im Jahre 1994 von Prof. Wander Bertoni geschaffene Volksaltar nimmt die schwungvollen barocken Formen des Raumes in sich auf. Die Symbole beziehen sich auf die Schöpfung: Wasser, Himmel, Erde und Regenbogen. Dazu Mann und Frau (Adam und Eva) mit dem Kind, in dessen Geburt sich die Schöpfung immer wieder aufs Neue im Kleinen vollzieht. Die Messfeier auf diesem Altar ist selbst der Vollzug des sich erneuernden Lebens, eine Quelle der Kraft, eine neue Schöpfung von uns Menschen. Vom selben Bildhauer stammt der Ambo. Er ist geschmückt mit den Symbolen der Evangelisten Lukas (Stier), Markus (Löwe) und Johannes (Adler). In der gegossenen Masse fehlt das Symbol des Evangelisten Matthäus: Der Mensch. Er tritt dann in Erscheinung, wenn ein Mensch zum Ambo hintritt um das Wort Gottes zu verkünden. Einen virtuellen Rundblick in der Stiftskirche Herzogenburg finden Sie unter http://www.kloesterreich.at/d/default.asp?ci=virtuell&i=herzogenburg

Festlicher Gottesdienst in der Stiftskirche (Priesterweihe H. Petrus, 2009)
Untitled Document
|