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Hl. Augustinus - Leben



Augustinus wurde am 13. November 354 in Thagaste (im heutigen Algerien) als Sohn eines heidnischen römischen Beamten und einer gläubigen und sittenstrengen Christin geboren. Die Mutter Monika unterwies ihn zwar im christlichen Glauben, die Taufe allerdings sollte nach damaliger Sitte erst in einem reiferen Alter erfolgen. Die Eltern legten Wert auf eine gute Schulbildung, um ihrem Sohn den Zugang zu einer gehobenen Berufslaufbahn zu ermöglichen.

Mit 17 Jahren kam Augustinus nach Karthago, um dort zu studieren. Er selbst beschrieb diese Stadt später als „einen Hexenkessel voll schamloser Liebeshändel“.

Monika, die Mutter des hl. Augustinus
(Bildergalerie Stift Herzogenburg)

Bereits mit 18 Jahren in einer festen Beziehung wurde er auch schon Vater eines Sohnes, er nannte ihn Adeodatus (=Der von Gott Gegebene). Ciceros Werk „Hortensius“ (das leider verschollen ist) ließ ihn die Sinnlosigkeit seines bisherigen Tuns begreifen, worauf er sich dem Manichäismus (einer elitären Religion, die zahlreiche Gebildete zu dieser Zeit ansprach) zuwandte. Die Bibel stieß ihn, den Gelehrten, in ihrer Einfachheit ab. Doch schon bald enttäuschte ihn auch diese Lehre und Augustinus ging 382 nach Rom. Durch seine Kontakte zu den Manichäern bekam er rasch eine Stelle an der kaiserlichen Hochschule in Mailand, wo er eine für ihn entscheidende Begegnung machte. Er wollte sich von der Redekunst des Bischofs von Mailand, Ambrosius, überzeugen und wurde durch dessen Predigten zum christlichen Glauben bekehrt. Jedoch fehlte ihm die Kraft, den nun notwendigen Wandel seines Lebensstils durchzuführen.


So klagte er vor Gott: „Wie lange noch? (...) Warum sollte nicht diese Stunde ein Ende meines Elends sehen?“ Daraufhin hörte er die Stimme eines kleines Kindes, das ständig die Worte „tolle“ und „lege“ wiederholte. „Nimm und lies!“ - und das tat er. Augustinus deutete dies ganz klar als Zeichen Gottes. Er schlug die heilige Schrift auf und las den ersten Satz auf den sein Blick fiel. Dieser Satz war eine Stelle des Römerbriefes (13, 13f): „Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht.“ Noch in derselben Stunde fasste er den Entschluss, künftig als Mönch zu leben. In der Osternacht (23./24. April) des Jahres 387 empfing er dann die Taufe durch Bischof Ambrosius, zusammen mit seinem Sohn Adeodatus. Als er nach Afrika zurückkehren wollte, erfuhr er, dass seine Mutter Monika gestorben sei. Auf der Überfahrt starb auch Adeodatus. Die Lebensgefährtin des Augustinus war schon Jahre zuvor gestorben. Er kehrte zurück nach Afrika, um mit Freunden und Gleichgesinnten ein klösterliches Leben im Dienste Christi zu führen.

Das Schicksal verschlug ihn sodann nach Hippo, wo er drei Jahre später vom Volk zum Priester (eigentlich gegen seinen Willen) und einige Jahre später schließlich zum Bischof gemacht wurde. Er gründete mit seinem Domkapitel ein Kloster, in dem er selbst lebte. Es war ein Leben in Gütergemeinschaft und brüderlicher Liebe nach dem Vorbild der ersten Christen von Jerusalem. Hier verfasste er die Ordensregel, die uns überliefert ist.

Augustinus war vorbildlicher Seelsorger und kämpfte entschieden gegen die Irrlehren der Manichäer und anderer verbreiteter Sekten. Seine letzten Lebensjahre waren gekennzeichnet von Sorge und Not, da zum Zeitpunkt seines Todes bereits die Vandalen seine Bischofsstadt belagerten. Augustinus verstarb am 28. August 430 an starkem Fieber. Seine Gebeine wurden später nach Pavia in Norditalien überführt.
                                                                                    Hl. Augustinus als Bischof 
                                                                                                           (Bildergalerie Stift Herzogenburg)



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