Gastlichkeit
Das unruhige Herz ist die Wurzel der Pilgerschaft. Im Menschen lebt eine Sehnsucht, die ihn hinaustreibt aus dem Einerlei des Alltags und aus der Enge seiner gewohnten Umgebung. Immer lockt ihn das Andere, das Fremde. Doch alles Neue, das er unterwegs sieht und erlebt, kann ihn niemals ganz erfüllen. Seine Sehnsucht ist größer. Im Grunde seines Herzens sucht er ruhelos den ganz Anderen, und alle Wege zu denen der Mensch aufbricht, zeigen ihm an, dass sein ganzes Leben ein Weg ist, ein Pilgerweg zu Gott. (nach unserem Ordensvater Augustinus)
Pilger sind angewiesen auf Wegweiser, Verständigungsmöglichkeiten, Herbergen und Hilfe. Gastlichkeit gegenüber Fremden, ihre Beherbergung, Versorgung mit Speis und Trank und ihr Schutz hat zutiefst biblische Wurzeln.
Im Alten Testament gilt vor allem die gastliche Aufnahme der drei Fremden durch Abraham unter der Eiche von Mamre als das nachahmenswerte Vorbild der Gastfreundschaft schlechthin. Ein weiteres Beispiel ist die Witwe von Sarepta, die trotz größter Armut nicht zögert, Elija in ihr Haus aufzunehmen. Im Neuen Testament begegnen wir der Gastfreundschaft ebenfalls an vielen Stellen: Die meist zitierte Szene erlebter Gastfreundschaft jedenfalls ist die Emmauserzählung. Viele Stellen in der Apostelgeschichte und in der neutestamentlichen Briefliteratur zeugen von der hohen Kultur der Gastfreundschaft in den ersten christlichen Gemeinden. Was wir nicht anbieten können, ist „Urlaub im Kloster“. Hier dürfen wir Sie auf jene Klöster und Gemeinschaften verweisen, die diese Angebote führen.
Unser Haus steht aber interessierten Männern offen, die den klösterlichen Alltag kennen lernen und einige Tage mit uns mitleben möchten.
Es geht uns bei der Gastfreundschaft darum, „dass einer dem anderen Rast gebe auf dem Weg nach dem ewigen Zuhause“ (Romano Guardini).
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